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Bei genauerer Betrachtung muss man allerdings Einschränkungen machen. Die eigentliche Entdeckung war zum Auftakt die Fragment gebliebene „Zwickauer Symphonie“ des erst 21-jährigen Robert Schumann, ein einsätziges Werk von blitzender jugendlicher Unbekümmertheit und kühnen Ideen in fantasievoller Themenverarbeitung und Instrumentation. Da war das Swedish Chamber Orchester, mit dem der Däne Thomas Dausgaard auf kammermusikalische Klarheit und ein lichtvolles Klangbild hinarbeitet, in seinem Element. Nicht allen Werken kommt allerdings diese diätbewusste Musizierhaltung zugute.
Beim trauertrunkenen Orchesterlieder-Zyklus „Les Nuits d’été“ von Hector Berlioz verzichtete man auf das schwere Parfüm, das der französischen Romantik mitunter anhängt, und begleitete Nina Stemme sensibel und flirrend transparent. Wagners liebesschwüle „Wesendonck-Lieder“ dagegen hätten durchaus mehr Kalorien vertragen und vor allem Sinnlichkeit, die sich bei der warm-dunklen, vollen Stimme von Nina Stemme anbot. Da wurde sie alleingelassen. Bei Beethovens 7. Symphonie rächte sich das asketisch-athletische Klangideal, trotz aller sportiven Virtuosität wäre dem Werk ein weicherer, lockerer Zugriff gut bekommen.
Ernst Ströbl, Salzburger Nachrichten, 30 August 2010







